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Heiden AR

Klimakurort Heiden

Geschichte

Henry Dunant (1828 - 1910)

Die wohl berümteste Person, die einen Teil ihres Lebens in Heiden verbrachte, war Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes und zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy (1822 - 1912), erster Friedensnobelpreisträger 1901. Im ehemaligen Bezirkskrankenhaus, wo Dunant von 1892 bis zu seinem Tode lebte, befindet sich ein eindrückliches Museum über sein Leben und Werk.

Rundgang durch das Dorf

Der Schweizerische Kunstführer charakterisiert Heidens Dorfbild mit den Worten: "Schöne rechteckige Anlage mit Kirche und schlichten Biedermeierhäusern unter niederen Walmdächern." Der gesamte Dorfkern bewahrt bis heute eine grosse stilistische Einheit und Reinheit.

Diese Einheit "verdankt" Heiden einer Katastrophe: Am 7. September 1838 vernichtete ein verheerender Dorfbrand – von einem heftigen Föhnsturm begünstigt und immer weiter angefacht – im Dorfkern und in den nördlichen Gemeindeteilen 129 Gebäude samt der Kirche.

Innerhalb zweier Jahre entstand das Dorf neu. Dem Zeitgeist entsprechend wurde Heiden im klassizistischen Stil bzw. in dessen bürgerlich-ländlicher Spielart, dem Stil des Biedermeier, aus Schutt und Asche wieder aufgebaut. Das in regelmässiger klassizistisch-biedermeierlicher Anlage neu entstandene Dorfzentrum steht heute unter nationalem Denkmalschutz.

Der Kirchplatz

Der kurze virtuelle Rundgang durch Heiden beginnt auf dem Dorfplatz, auch Kirchplatz genannt. Seine architektonische Geschlossenheit, die harmonische Einheit aller Bauten um den Platz herum machen ihn wohl zum schönsten klassizistischen Dorfplatz der Schweiz. Jedes Haus, ja selbst das Rathaus und die Kirche, fügen sich in die strengen Linien des Klassizismus ein.

Die Kirche mit einem viersäuligen Mittelportikus in der Gestalt einer Römischen Tempelvorhalle verleiht der Front einen kräftigen Akzent.

Das Rathaus

Einen interessanten Kontrast zur Kirche bildet gleich gegenüber das Rathaus mit seinen Eingangs- und Fensterarkaden im Erdgeschoss.

Je zwei durch einen Mitteltrakt verbundene Walmdachhäuser beschliessen den Platz an seinen Schmalseiten.

Durch die Seeallee zum Dunantplatz

Vom Kirchplatz gelangen wir in Richtung Grub AR durch die Seeallee und passieren auf der linken Seite den Kurpark mit Kinderspielplatz, Ruhebänken und Kursaal. Auf der rechten Seite befindet sich der Dunantplatz mit dem Denkmal zur Erinnerung an Henry Dunant, geschaffen von der Bildhauerin Charlotte Germann-Jahn. Es steht zu Ehren des Gründers des Roten Kreuzes, der die letzten 23 Jahre seines Lebens in Heiden verbracht hat. Dunant soll sich hier bei seinen Spaziergängen gerne aufgehalten haben. Am Dunantplatz startet auch der Rundgang "Auf den Spuren von Henry Dunant".

Von diesem Platz aus öffnet sich ein Panorama, das uns den oberen Teil des Bodensees in seiner Weiträumigkeit eindrücklich erleben lässt. Bei klarer Sicht sehen wir die Mündung des Rheins in den Bodensee, die Städte Lindau und Bregenz.

Kurplatz und Freihof

Wer den Kurpark durchquert, gelangt unterhalb in die Poststrasse und darauf – in östlicher Richtung – wieder zum Zentrum. Wie ein Gelenk verbindet der grosse gegliederte Gebäudekomplex des ehemaligen Hotels zum Freihof das Südwestende des "neuen" Dorfs mit dem vom Brand verschonten unteren Dorfteil.

Nach dem Dorfbrand 1838 entsteht die Bierbrauerei "zum Türmliplatz". 1847 wird sie zur "Curanstalt zum Freihof" umgebaut. Frau Emma Altherr, geborene Simond aus Chamonix, führt die renommierten Hotels Schweizerhof und Freihof. Ihr Mann, Dr. Hermann Altherr, ist Arzt am Bezirksspital. Auch Henry Dunant ist oft im Freihof zu Gast, und er geniesst die internationale Atmosphäre. Im ehemaligen Freihof befinden sich heute der Posten der Kantonspolizei, eine Zahnarztpraxis und Wohnungen.

Das Haus Harmonie

Als einziges Gebäude des Dorfkerns überstand das "Haus Harmonie" den Dorfbrand von 1838. Ob das Haus verschont blieb, weil es dem Dorfhauptmann gehörte oder weil dort wichtige Akten gelagert waren, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Im Erdgeschoss des Hauses Harmonie finden wir die Enoteca La Brenta, die zu einem beliebten Treffpunkt in Heiden geworden ist.

Das Schwimmbad

Nur wenige Gehminuten unterhalb des Dorfes befindet sich das Schwimmbad. Die 1931 von Beda Hefti entworfene Badi Heiden ist eines der letzten erhaltenen Bäder aus dieser Epoche und gilt als eine der schönsten Badeanlagen der Schweiz. Das Schwimmbad wurde in der 2. Hälfte der 1980er-Jahre mit grossem Aufwand originalgetreu restauriert und steht unter Denkmalschutz.

Quelle: www.heiden.ch